Referat 4 – Bildungsreferent Hermann Köhler

Halbzeit in der Stadtrats-Periode: In seiner Bilanz spricht Bildungsreferent Hermann Köhler über 300 Millionen Euro, die gelungene Integration von zugewanderten Kindern – und über einen ganz besonderen Bus.

10 Fragen an Bildungsreferent Hermann Köhler

Ihre Ziele:

Mit welchen Zielen sind Sie 2014 in Ihrem Referat gestartet?

Hermann Köhler: Gestartet bin ich vor drei Jahren mit dem klaren Ziel, die bisherigen Vorhaben der ersten Wahlperiode in ein systematisches und grundständiges Sanierungs- und Modernisierungsprogramm für die Augsburger Schulen und die städtischen Kitas zu etablieren. Darüber hinaus richtet sich mein Blick auf den konsequenten und bedarfsgerechten Ausbau von Betreuungsplätzen. Ein besonderes Augenmerk wollte ich hier auf die nachmittägliche Schulkind-Betreuung richten.
 

Ihre Erfolge:

Was haben Sie in den vergangenen drei Jahren schon erreicht?

Hermann Köhler: Mit dem Einstieg in das Bildungsförderprogramm „300 Millionen für unsere Schulen“ ist es gelungen, die großen und kleineren Investitionen im Schulbereich auf eine solide Basis zu stellen, erheblich auszubauen und nach Priorität anzupacken. Hierfür konnte auch der Freistaat Bayern im Rahmen einer weit überdurchschnittlichen Förderquote als zuverlässiger Unterstützer des Bildungsförderprogramms gewonnen werden.

Im Bereich unserer städtischen Kindertagesstätten ist es durch eine bessere Auslastung gelungen, das jährliche Betriebsdefizit allein vom Haushaltsjahr 2014 auf das Jahr 2015 um rund 1,5 Mio. Euro zu reduzieren.

Persönlich sehr wichtig waren mir auch die gemeinsamen Anstrengungen der Augsburger Schulen und anderen Bildungseinrichtungen, eine erfolgreiche Integration der Neuzugewanderten in unserer Stadt zu ermöglichen. So werden an den städtischen Berufsschulen in der Spitze bis zu 30 Integrationsklassen geführt. An den staatlichen Grund- und Mittelschulen konnte die städtische Schulverwaltung die Unterbringung und Ausstattung von mittlerweile 48 Übergangklassen sicherstellen. Integration kann nur gemeinsam gelingen, die Augsburger Bildungseinrichtungen leisten hier eine hervorragende Arbeit.
 

Ihre Projekte:

Was waren Ihre wichtigsten Projekte in den letzten drei Jahren?

Hermann Köhler: Im Rahmen des Bildungsförderprogramms konnten bereits verschiedene Großprojekte erfolgreich zu Ende gebracht werden, beispielsweise der Umbau und die Erweiterung der GS Kriegshaber für rund 7,7 Mio. Euro oder der Neubau einer Mensa für die Ganztagsklassen an der Bärenkeller-GS/MS für rund 2,3 Mio. Euro. Weitere Vorhaben, beispielsweise die Sanierung der Eichendorff-GS für 5,9 Mio. Euro, befinden sich in der Planungs- oder Umsetzungsphase.

Die Stadtbücherei konnte das Bibliothekskonzept, das u.a. eine Ausweitung der Öffnungszeiten oder die Beschaffung eines neuen Bücherbusses beinhaltet, umsetzen.

Für die städtischen Kindertagesstätten haben wir neue Wege der Personalgewinnung beschritten. So wurde etwa die sog.  „Erzieherausbildung mit optimierten Praxisphasen“ (Optiprax), eine 3-jährige, verkürzte Ausbildung für Abiturienten mit verzahnten Theorie- und Praxisabschnitten, eingeführt.

Über die Stadtgrenzen hinaus ist es gelungen die bestehenden Bildungsangebote weiter und enger zu vernetzen. Anfang März ging das mit den beiden Landkreisen gemeinsam entwickelte Bildungsportal A³ ans Netz, das Bürgerinnen und Bürgern einen umfänglichen Überblick über sämtliche (Fort-)Bildungsangebote im Großraum Augsburg ermöglicht.
 

Ihre Planungen:

Welche Themen möchten Sie in den nächsten drei Jahren voranbringen?

Hermann Köhler: Der mit dem Bildungsförderprogramm eingeschlagene Weg der nachhaltigen Ertüchtigung der Augsburger Schulen muss beibehalten und für die Zukunft ausgebaut werden. Besondere Berücksichtigung muss hierbei die dynamische Entwicklung Augsburgs als wachsende Metropole genießen.
Gleiches gilt für die bedarfsgerechte Fortentwicklung der kommunalen Kindertagesstätten sowie dem Ausbau der nachmittäglichen Schulkind-Betreuung.

Zusammen mit der Stadtbücherei und deren Freunden und Förderern möchten wir mit einem weiteren Ausbau des Augsburger Vorzeigemodells der sog. „Leseinseln“ die schulische Leseförderung an Grundschulen weiter stärken. Voraussichtlich zum 10-jährigen Jubiläum dieser besonderen Schülerbücherei können wir Anfang 2018 an der Wittelsbacher-GS den 10. Standort einweihen.
 

Ihre Einschätzung:

Welche Themen werden uns in Augsburg in den nächsten drei Jahren beschäftigen?

Hermann Köhler: Eine besondere Herausforderung für den Bildungsbereich sehe ich im kontinuierlichen Zuwachs und der zunehmenden kulturellen und sozialen Vielfalt unserer Stadtbevölkerung. Eine erfolgreiche Integration von Zuwanderern kann nur gelingen, wenn alle Bildungseinrichtungen auf die geänderten Rahmenbedingungen und Herausforderungen reagieren.
 

Ihre Vision:

Wohin sollte sich die Stadt Augsburg entwickeln?

Hermann Köhler: Zu einer Stadtgesellschaft, die ihre Veränderungen annimmt und gemeinsam an der positiven Gestaltung ihrer Zukunft mitwirkt.
 

Ihre Zahl:

Gibt es eine Zahl, die in ihrer Arbeit für die Stadt eine besondere Bedeutung hat?

Hermann Köhler: 300 Millionen – Im Rahmen des Bildungsförderprogramms investiert die Stadt mit Unterstützung des Freistaats Bayern bis zum Jahr 2030 diesen Betrag in ihre Schulen. Hierbei wird auch den vielfältigen Anforderungen an einen zeitgemäßen Bildungsbetrieb, etwa im Bereich der Naturwissenschaften oder der ganztägigen Betreuung am Ort Schule, Rechnung getragen. Dieser finanzielle Kraftakt der Kommune muss fortgesetzt und weiter ausgebaut werden – jede Investition in Bildung ist eine Investition in unsere Zukunft!
 

Ihr Lieblingsort:

Wo fühlen Sie sich in Augsburg besonders wohl, welcher Ort hier erfüllt Sie mit Zufriedenheit?

Hermann Köhler: Auf dem Stadtmarkt. Er ist mit seiner Vielfalt an Angeboten und Besuchern ein Spiegel unserer Stadtgesellschaft und ein Ort der Begegnungen.
 

Ihre Motivation:

Was gibt Ihnen Kraft für Ihre weitere Arbeit?

Hermann Köhler: Die Unterstützung meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die gute Zusammenarbeit mit den Bildungspartnern.
 

Bitte vervollständigen Sie noch die nachfolgenden drei Sätze:

Überrascht hat mich …
„dass trotz der Europaskepsis in einigen europäischen Ländern die Begeisterung für den Schüleraustausch anhält.“

Nachdenklich gestimmt hat mich …
„die Zunahme des radikalen Gedankenguts bis in die Mitte der Gesellschaft hinein.“

Besonders glücklich war ich …
„als sich die Augsburger Stadtgesellschaft in vielen Bereichen so engagiert für die Aufnahme von Menschen auf der Flucht eingesetzt hat.“

 

Momente 2014 – 2020

Plr Eichendorff Grundschule 201016 08-news
Mit dem Projekt "300 Millionen für unsere Schulen" will Bildungsreferent Hermann Köhler die rund 70 Augsburger Schulen fit für die Zukunft machen. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg
Plr Einweihung GS Kriegshaber 040516 12-news
Bildungsreferent Hermann Köhler bei der Einweihung der sanierten und erweiterten Grundschule Kriegshaber. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg
Plr Halbzeitbilanz K
Pressekonferenz zur Halbzeitbilanz mit Bildungsreferent Hermann Köhler in der Eichendorff Schule in Haunstetten
Plr Hermann K
Privat besucht Bildungsreferent Hermann Köhler auch gerne mal ein Heimspiel des FC Augsburg. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg
Plr Info-Gespr
Beim Besuch von Finanzminister Dr. Markus Söder erläutert Hermann Köhler das Bildungsförderprogramm "300 Millionen für unsere Schulen", das vom Freistaat gefördert wird. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg
Plr Rote Tor Schule 110716 16-news
Baustart der neuen Turnhalle und Mensa Grundschule Vor dem Roten Tor. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg
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