Referat 3 – Bürgermeister und Sozialreferent Dr. Stefan Kiefer

Halbzeit in der Stadtrats-Periode: In seiner Bilanz spricht Bürgermeister und Sozialreferent Dr. Stefan Kiefer über den sozialen Frieden in der Stadt, den Mietspiegel – und über 8274 kleine Glücksmomente.

10 Fragen an Bürgermeister Dr. Stefan Kiefer

Ihre Ziele:

Mit welchen Zielen sind Sie 2014 in Ihrem Referat gestartet?

Bgm. Dr. Stefan Kiefer: Das Sozialreferat gibt die Möglichkeit, ganz konkret die Lebenssituation von Menschen zu verbessern, die auf ein intaktes soziales Netz angewiesen sind: Vom Kita-Platz bis zum Seniorenheim, vom geförderten Wohnen und der Obdachlosenwohnung bis hin zu kompetenter Beratung und Unterstützung in unterschiedlichen Lebenslagen, ob Arbeitslosigkeit, Familie oder Demenzsituation. Diese Möglichkeiten möchte ich nutzen.

Das Ziel ist, gemeinsam mit anderen den sozialen Frieden zu bewahren, den Beschäftigten ein guter Vorgesetzter zu sein und die Akteure gebündelt zu unterstützen und zu motivieren.
 

Ihre Erfolge:

Was haben Sie in den vergangenen drei Jahren schon erreicht?

Bgm. Dr. Stefan Kiefer:

  • Die Altenhilfe konnte in wesentlichen Bereichen erneuert und dadurch das laufende Defizit um rund 75 Prozent reduziert werden; die weiteren Maßnahmen laufen schon und werden noch weiter reichen.
  • Wir konnten sicherstellen, dass das bestehende Beratungsangebot für Senioren erhalten bleibt und dauerhaft um eine Beratungsstelle für ältere Menschen mit Migrationshintergrund ergänzt wird. Durch das „Seniorentelefon“ wurde zudem ein niederschwelliges Beratungsangebot rund um das Thema Älterwerden ins Leben gerufen. 
  • Für den Bereich der Familien und der jungen Menschen konnten wir Kinderbetreuung und die Jugendsozialarbeit an Schulen ausbauen und die Sanierung der Jugendhäuser aufgleisen bzw. teilweise (im Oberhauser „H2o“) bereits umsetzen.
  • Beim Thema Inklusion konnten wir insbesondere bei den integrativen Plätzen („I-Kinder“) deutlich zulegen und es entstehen mehr Wohnmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung.
  • Beim Wohnen schaffen wir durch den beschlossenen und in Arbeit befindlichen Mietspiegel Rechtssicherheit und die Voraussetzungen zur Umsetzung der Mietpreisbremse; weiter ist sichergestellt, dass der Bereich des vergünstigten Wohnens endlich wieder wächst, wenigstens um 1800 Wohnungen bis 2020.
  • Wir haben 1200 Flüchtlinge in Augsburg aufgenommen und 40 Unterkünfte eröffnet, über das ganze Stadtgebiet verteilt. Die Qualität der Unterkünfte konnte verbessert werden, bei gleichzeitiger Schließung der GU Calmbergstraße.
     

Ihre Projekte:

Was waren Ihre wichtigsten Projekte in den letzten drei Jahren?

Bgm. Dr. Stefan Kiefer:

  • Bei der Vermeidung von Armut ist der Einstieg in die soziale Mobilität mit dem Sozialticket gelungen; wichtig ist, dass dieses Ticket nun in das Regelangebot des AVV übergeht.
  • Im Bereich der Altenhilfe wurde die überfällige Sanierung des Wollmarkttraktes erfolgreich umgesetzt und der Ersatz-Neubau des Servatiusstift begonnen (Richtfest am 11.Mai 2017).
  • Mit dem „Azubi-Wohnheim“ in der Rosenaustraße gibt es als Pilotprojekt mit der IHK erstmals eine Unterkunft für berufstätige Flüchtlinge, ein wichtiger Beitrag zur Integration,
  • für die hiesigen Jungen Menschen haben wir mit dem „Apartmentwohnen“ in der Blücherstraße nun erstmals auch ein städtisches Wohn-Angebot für diese Personengruppe; weitere müssen folgen. 
  • Der Mietspiegel ist auf den Weg gebracht und wird für mehr Transparenz auf dem Wohnungsmarkt sorgen, die Zahl der geförderten Wohnungen steigt wieder   
     

Ihre Planungen:

Welche Themen möchten Sie in den nächsten drei Jahren voranbringen?

Bgm. Dr. Stefan Kiefer:

  • Im Bereich der Altenhilfe strebe ich einen ausgeglichenen Wirtschaftsplan im Jahr 2020 bei gleichzeitiger inhaltlicher Fortentwicklung der städtischen Altenhilfe und der Betreuungsangebote für Senioren in der Stadt insgesamt an.
  • Die Jugendsozialarbeit an den Grund- und Mittelschulen wird plangemäß ausgebaut.
  • Die Jugendhaussanierung wird fortgesetzt.
  • Auf dem Wohnungsmarkt planen wir einen Ausbau früh einsetzender Beratungsangebote um Wohnungslosigkeit zu vermeiden.
  • Das System der Unterkünfte und Wohnungen für Menschen in Obdachlosigkeit wird reformiert und auf unterschiedliche Bedarfsgruppen abgestimmt.
  • Der in Arbeit befindliche Inklusionsplan wird fertiggestellt und dann müssen die Maßnahmen auch mit Leben erfüllt werden.  
     

Ihre Einschätzung:

Welche Themen werden uns in Augsburg in den nächsten drei Jahren beschäftigen?

Bgm. Dr. Stefan Kiefer: Das Wachstum der Stadt bringt auch zusätzliche Aufgaben für die soziale Stadt: Das Thema „Wohnen“ wird sicherlich den größten Stellenwert haben, der sich durch alle städtischen Referate zieht und speziell bei mir im Sozialreferat dahin zielt, Wohnungslosigkeit zu vermeiden. Dort, wo sie eintritt, müssen wir den Menschen zurück in den Wohnungsmarkt helfen.  

In einigen Stadtteilen wird es eine große Aufgabe sein, zusammen mit den Trägern die zusätzlichen Kita-Plätze zu schaffen. 
 

Ihre Vision:

Wohin sollte sich die Stadt Augsburg entwickeln?

Bgm. Dr. Stefan Kiefer: Augsburg muss die Potentiale aller, die hier leben, nutzen. Deshalb werden wir mit der Jugendberufsagentur und dem Programm „Bildung Integriert“ noch passgenauer in gute Ausbildung und die Zukunft unserer jungen Menschen investieren.
 

Ihre Zahl:

Gibt es eine Zahl, die in ihrer Arbeit für die Stadt eine besondere Bedeutung hat?

Bgm. Dr. Stefan Kiefer: Keine einzelne Zahl kann die ganze Realität einer Stadtgesellschaft abbilden. Aber Zahlen können helfen, das hohe Maß an Arbeit zu verstehen, die hinter den Kulissen geleistet wird. 8274 Mal hat das Amt für soziale Leistungen im vergangenen Jahr Geld bewilligt, damit Kinder und Jugendliche aus ärmeren Familien an Ausflügen und Klassenfahrten teilnehmen können.
 

Ihr Lieblingsort:

Wo fühlen Sie sich in Augsburg besonders wohl, welcher Ort hier erfüllt Sie mit Zufriedenheit?

Bgm. Dr. Stefan Kiefer: Das Leben in Augsburg findet in den Stadtteilen statt, auch das soziale Leben. Am liebsten sind mir Besuche in den Einrichtungen vor Ort. Zum Beispiel in Familienstützpunkten wie dem Frère-Roger-Familienzentrum in Oberhausen.
 

Ihre Motivation

Was gibt Ihnen Kraft für Ihre weitere Arbeit?

Bgm. Dr. Stefan Kiefer: Von meiner Herkunft her meine Lebenserfahrung, mein Glaube, meine Familie und meine gute Ausbildung; vom täglichen Arbeiten her mein wunderbares Team in der Stadtverwaltung und das ständige Vorbild der unglaublich vielen, beruflich und ehrenamtlich engagierten Menschen in dieser Stadt.
 

Bitte vervollständigen Sie noch die nachfolgenden drei Sätze:

Überrascht hat mich …
„mit wieviel Engagement, Herzblut und Kompetenz die in der Sozialverwaltung tätigen Männer und Frauen ihre Arbeit machen. Weil das alles so geräuschlos läuft, erhalten sie kaum Anerkennung dafür.  

Nachdenklich gestimmt hat mich …
„die große Zahl an Menschen, die sich in einer akuten Notlage, vor allem beim drohenden Verlust der Wohnung an die Stadt wenden. Hier muss die Beratung noch frühzeitiger einsetzen.“

Besonders glücklich war ich …
„als es uns gelungen ist, die Flüchtlinge alle unterzubringen, ohne dass irgendeine Turnhalle belegt werden musste oder irgendein anderer Nachteil für die Augsburgerinnen und Augsburger entstanden ist.

 

Momente 2014 – 2020

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Die Unterbringung der zahlreichen Flüchtlinge war eine der größten Aufgaben, die Bürgermeister Dr. Stefan Kiefer zu bewältigen hatte. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg
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Als Sozialreferent ist Dr. Stefan Kiefer für alle Generationen zuständig - vom Kleinkind über Familien bis hin zu Senioren. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg
Plr RollFiets 070416 16-news
Bei der Vorstellung der "Rollfiets" fuhr Bürgermeister Dr. Stefan Kiefer den Stadtrat Benedikt Lika durch den Botanischen Garten.
Plr Senioren Telefon 060916 03-news
Bürgermeister Dr. Stefan Kiefer bei der Einführung des neuen Seniorentelefons. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg
Plr Servatius Stift 190716 18-news
Der Sozialreferent bei der Grundsteinlegung des neuen St.-Servatius-Stiftes. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg
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