Demografischer Wandel

Veränderungen in der Zusammensetzung der Bevölkerung hat es in unterschiedlichsten Ausprägungen schon immer gegeben. Auch die Formen des Zusammenlebens verändern sich. Unter dem Begriff „Demografischer Wandel“ wird die Gesamtheit der derzeit wirksamen Umbauprozesse in der Bevölkerungsstruktur zusammengefasst.

Bevölkerungsstruktur und -entwicklung in der Stadt Augsburg

Die Augsburger Bevölkerungsstruktur wird zwar auch von allgemeinen Entwicklungen wie der zunehmenden Mobilität, dem Geburtenrückgang oder der steigenden Lebenserwartung beeinflusst. Sie unterscheidet sich aber vom Bundesdurchschnitt vor allem durch den höheren Anteil der 20- bis 35-Jährigen, den geringeren Anteil an 40- bis 60-Jährigen sowie den relativ hohen Anteil an Einwohnern mit Migrationshintergrund.

Aufgrund der positiven Wanderungsbilanz hat Augsburg ein Bevölkerungswachstum aufzuweisen, wozu besonders die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen beiträgt. Die jungen Zuwanderer bevorzugen innenstadtnahe Stadtbezirke, wo auch der höchste Anteil an Single-Haushalten zu finden ist. Die Stadt Augsburg verliert am stärksten durch die Wegzüge der 30- bis unter 50-Jährigen, die (mit ihren Kindern) überwiegend ins Augsburger Umland abwandern.

Die Zahl der Sterbefälle liegt in der Stadt Augsburg bereits seit 1968 über der Zahl der Geburten. Die kontinuierliche Alterung der Gesellschaft erfolgt, neben der steigenden Lebenserwartung, vor allem durch die Verschiebungen der anteilsmäßig großen Altersgruppen der 40- bis 50-Jährigen und der 65- bis 75-Jährigen hin zu höheren Altersgruppen. Im Vergleich mit anderen Städten weist Augsburg aber den geringsten Anteil an den ab 65-Jährigen sowie den geringsten Altenquotienten auf und ist damit noch am wenigsten von einer Überalterung betroffen. 

Bevölkerungsvorausberechnung bis 2030 für die Stadt Augsburg

Unter der Annahme, dass die Zuzüge in etwa wie in den vergangenen Jahren erfolgen und weiterhin über der Anzahl der Wegzüge liegen werden, ist von 2011 bis 2030 ein leichter Anstieg (gut 3 Prozent) der wohnberechtigten Bevölkerung zu erwarten. Demnach würden im Jahr 2030 knapp 280.000 Menschen in Augsburg wohnen.

Bevölkerungszuwächse werden vor allem in den zentrumsnahen Stadtbezirken zu verzeichnen sein, in den außen liegenden Bezirken hingegen wird die Bevölkerungszahl leicht abnehmen. Ohne die Berücksichtigung von Neubaugebieten wird im Prognosezeitraum die prozentual stärkste Zunahme der Bevölkerungszahl in Göggingen – Nordwest erfolgen. Noch höhere Zuwachsraten sind in den zwei Stadtbezirken mit großen Neubaugebieten, nämlich in den Stadtbezirken Am Schäfflerbach und Göggingen – Ost, zu erwarten. Mit den prozentual größten Bevölkerungsrückgängen ist in den Stadtbezirken Siebenbrunn, Bergheim und Firnhaberau zu rechnen.

Mit einer Zunahme der Bevölkerung wird auch die Anzahl der Haushalte ansteigen (4,2 Prozent), wobei bei einer ähnlichen Veränderung der Haushaltsstrukturen wie in den letzten Jahren (Trend zu mehr Single- und Alleinerziehenden-Haushalten) der Anstieg stärker ausfallen wird (bis etwa 6,5 Prozent), vor allem bei den Single- und Zwei-Personen-Haushalten. Bei den größeren Haushalten ist dagegen eine Abnahme um bis etwa 5 Prozent zu erwarten. 

In der Bevölkerungsstatistik werden unterschiedlichste Daten als Indikatoren zur Beschreibung demografischer Verhältnisse und Veränderungen herangezogen. Maßzahlen werden verwendet um statistische Verteilungen verdichtet zu beschreiben. Hierzu zählen beispielsweise Mittelwerte. Verhältniszahlen wie der Anteil der Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung an der wohnberechtigten Bevölkerung sind Quotienten, die aus mindestens zwei Größen berechnet werden. Die Indikatoren werden verwendet, um Sachverhalte zu quantifizieren, die nicht direkt gemessen werden können. Im Rückblick kann man aus der Vergangenheit lernen. Mit einer kontinuierlichen Beobachtung lassen sich die Auswirkungen von Maßnahmen verfolgen. Deshalb werden zur Beurteilung der Entwicklung und von Maßnahmen in den jeweiligen Bereichen (der Bevölkerung, dem Sozialen, der Bildung oder der Wirtschaft) Beobachtungssysteme implementiert. Ziel ist dabei, die standardisierten Indikatoren in regelmäßigen Abständen fortzuschreiben und zu veröffentlichen. 

Die Fachkommission Stadtentwicklungsplanung des Deutschen Städtetags befasste sich mit der Problematik des Demografischen Wandels in einer gleichnamigen Arbeitsgruppe. Ein Baustein deren Arbeit war eine Umfrage in deutschen Großstädten, die ermitteln sollte, ob sich die Städte mit den Themen des demografischen Wandels schon befasst haben und welche Erfahrungen gemacht wurden. Des Weiteren wurde abgefragt, welche Bedeutung sie diesen Themen zuordnen und ob bereits Handlungsempfehlungen zur Beeinflussung der Entwicklung gegeben werden können. 

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