Europäisches Semester

Das Europäische Semester ist ein sechsmonatiger Zyklus, in dessen Verlauf die EU-Mitgliedstaaten ihre Wirtschafts- und Fiskalpolitik aufeinander abstimmen. Diese Koordinierungsprozesse gehören zum Rahmenwerk für die wirtschaftspolitische Steuerung der Europäischen Union. Während des Europäischen Semesters richten die EU-Mitgliedsstaaten ihre Wirtschafts- und Haushaltspolitik an den auf EU-Ebene vereinbarten Zielen und Empfehlungen aus.

Die wirtschaftspolitische Koordination des Europäischen Semesters umfasst drei Kernbereiche:

  • Strukturreformen mit Schwerpunkt auf der Förderung von Wachstum und Beschäftigung (in Einklang mit der Strategie Europa 2020)
  • Fiskalpolitik zur Sicherstellung der Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen (in Einklang mit dem Stabilitäts- und Wachstumspakt
  • Vermeidung von übermäßigen makroökonomischen Ungleichgewichten

Durch die Koordinierung und Überwachung der Wirtschaftspolitik ihrer Mitgliedstaaten kann die EU auf etwaige Entwicklungen reagieren. Die Mitgliedstaaten können ihrerseits im Vorfeld ihrer nationalen Haushaltsverfahren die europäischen Perspektiven und Orientierungen mit einbeziehen. Zum ersten Mal umgesetzt wurde das Europäische Semester im Jahr 2011.

 
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