Der Hochablass. Foto: Thomas Hosemann/swa

Der Hochablass wird technisch aufgemöbelt

In der Augsburger Weltkulturerbe-Bewerbung „Wasserbau und Wasserkraft, Trinkwasser und Brunnenkunst“ ist der Hochablass ein ganz wichtiger Bestandteil. Das große Lechwehr im Augsburger Südosten lässt sich bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen und spielt seitdem im Wassersystem der Stadt eine bedeutende Rolle. Nachdem die letzte Sanierung Anfang der 70er Jahre erfolgte, müssen nun Betonteile des Fußgängerstegs, das marode Walzenwehr und dessen Antrieb im Glockenturm erneuert werden. Damit wird weiterhin die Funktionsfähigkeit des Stauwehrs gewährleistet und vor allem die Sicherheit für die flussabwärts liegenden Stadtteile bei Hochwasser.

In den Pfingstferien muss als letzter Schritt der Fußgängersteg nochmals vom 22. Mai bis 1. voraussichtlich Juni gesperrt werden, da der Gehweg beschichtet und somit endgültig hergestellt wird. Fußgänger und Radfahrer müssen für diese Tage wieder auf die Hochzoller Lechbrücke ausweichen. Danach sind die Arbeiten aber komplett beendet.

Teil der UNESCO-Welterbe-Bewerbung

Da der Hochablass unter Denkmalschutz steht und als UNESCO-Welterbe nominiert ist, geht die Stadt äußerst sensibel vor. Eine Untersuchung hatte ergeben, dass ein Neubau der Walze und des Antriebs erforderlich ist. Um aber der Historie des Wehrs gerecht zu werden und das originale Erscheinungsbild beizubehalten, wird der neue Antrieb neben der historischen Mechanik eingebaut. Auch die neue Walze wird wie die alte aussehen. Die alte Walze soll aufgehoben und der Öffentlichkeit gezeigt werden. Dies ist vor allem wichtig, um der Idee eines UNESCO-Welterbes gerecht zu werden und in diesem Fall die technische Entwicklung des Hochablasses nachvollziehen zu können.

Es ist eines der Merkmale der Augsburger Wasserwirtschaft, dass das gesamte System ständig technisch weiterentwickelt, gepflegt und auf dem neuesten Stand gehalten wurde. Insgesamt wird mit dieser Instandsetzung auf Jahrzehnte hinaus die Standsicherheit, Verkehrssicherheit und Wirtschaftlichkeit des Hochablass weiterhin garantiert.

Fakten zur Sanierung

  • Erneuerung des maroden 130 m langen Fußgängersteges über den Lech im gleichen Erscheinungsbild wie im Altzustand
  • Erneuerung des 20 m breiten Walzenwehrverschlusses aus dem Jahr 1911 im gleichen Erscheinungsbild wie die alte Stahlwalze
  • Das schwerste einzuhebende Stahlbetonfertigteil wiegt 92,5 t.
  • Gesamtinvestition 3,10 Mio. €
 
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