UNESCO-Bewerbung: Doppel-Vortrag am Dienstag

19.06.2017 14:13 | Kategorie: Kultur, Welterbebewerbung

Die Bewerbung Augsburgs um den Titel UNESCO-Welterbe bringt immer neue Details der historischen Wasserwirtschaft zutage. An diesem Dienstag, 20. Juni, erzählen Dr. Dieter Voigt und Dr. Barbara Rajkay aus dem 14., 15. und 16. Jahrhundert. Beginn im Maximilianmuseum ist um 18:30 Uhr.


Dass die Wassertürme am Roten Tor über Jahrhunderte die Heimat der Brunnenmeister waren, ist bekannt. Zwei Wissenschaftler decken am Dienstagabend viele weitere historische Details rund um die Augsburger Wasserwirtschaft auf. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg

„Die Augsburger Wasserwirtschaft im 14. und 15. Jahrhundert“ – so lautet der schlichte Titel des Vortrags von Historiker Dr. Dieter Voigt. Das Thema birgt jedoch einiges an interessanten Aspekten.

Aus den Augsburger Baumeisterbüchern, die seit 1320 mit zeitlichen Lücken bis 1786 überliefert sind, geht die Bedeutung des Lechs und den davon abgeleiteten Kanälen für Augsburg klar hervor. Bereits 1320 hat Augsburg einen Lechmeister für die Instandhaltung der Kanäle von der Stadt regelmäßig bezahlt. Viele Abrechnungen für Kanalbefestigungen und -erweiterungen sowie den Bau von neuen Mühlen zeigen die Bedeutung des Lechwassers für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Nach 1410 kamen zum Lechmeister noch ein Graben- und ein Brunnenmeister hinzu.
 

Peutinger war der Erste

Dr. Barbara Rajkay von der Universität Augsburg erzählt von neuen Erkenntnissen aus den Forschungen im Stadtarchiv Augsburg unter dem Titel „Loschers Turm und Pilgrams Turm. Der Ausbau der Wasserversorgung um die Mitte des 16. Jahrhunderts“.

Eine umfangreiche und auf Pergament geschriebene Ordnung vom 15. Juli 1558 markiert den Beginn des Ausbaus der Wasseranschlüsse in Augsburg. Demnach war der erste Empfänger der Stadtpfleger Christoph Peutinger. 1569 gab es bereits über 100 Bezieher von Leitungswasser. Die Reihenfolge bei der Verlegung der Anschlüsse und die Quantität des ausgeteilten Wassers folgte dabei mehr der sozialen als der topographischen Logik. Trotz ihrer großen Informationsfülle wurde diese Quelle von der Forschung bisher nicht beachtet. (pm/rs)

Dr. Dieter Voigt: Die Augsburger Wasserwirtschaft im 14. und 15. Jahrhundert/
Dr. Barbara Rajkay: Neue Erkenntnisse aus den Forschungen im Stadtarchiv Augsburg

Datum: Dienstag, 20.06.2017
Ort: Maximilianmuseum, Fuggerplatz 1
Beginn: 18:30 Uhr 




+ -