Rolle vorwärts – Männer in Bewegung

14.11.2017 10:35 | Kategorie: Bürgerservice & Rathaus

Auf Männer, Jungen und Väter passt keine Schablone. Ihre Vielfalt bereichert unsere Gesellschaft. Und genau das wird in Augsburg vor dem Internationalen Männertag am 19. November thematisiert.


Am Montag, 13. November, wurde die Veranstaltungswoche zum Männertag offiziell eröffnet – von und mit Bürgermeister Dr. Stefan Kiefer. Foto: Michael Hochgemuth

Augsburger Organisationen und Institutionen laden von Montag, 13. November, bis Samstag, 18. November 2017, zu verschiedenen Veranstaltungen – unter dem Motto "Rolle vorwärts – Männer in Bewegung". 

Almut Schnerring und Sascha Verlan, Bonn, nehmen Geschlechterklischees in der Werbung ins Visier (14. November, 10.30 Uhr, Evangelisches Forum Annahof). Volker Baisch, Hamburg, berichtet und diskutiert mit Vertretern und Vertreterinnen der regionalen Wirtschaft die Herausforderungen einer zeitgemäßen Personalpolitik und Personalentwicklung unter väterspezifischer Sicht (15. November, 17 Uhr, Arbeitsagentur Augsburg). Walter Kohl wendet sich dem Thema Schritte zur Versöhnung zu (18. November,9 Uhr, Haus St. Ulrich). 

Hier geht es zum Programm und zu weiteren Infos.

„Männerpolitik sowie Väter- und Jungenarbeit sind wichtige Handlungsfelder für eine moderne Gleichstellungspolitik“, sagt Stefan Becker, Gender-Koordinator bei der städtischen Gleichstellungsstelle. „Wir brauchen eine eigenständige Männer und Jungenpolitik, die die Interessen und Perspektiven von Männern, Vätern und Jungen aufgreift. Sie soll sich dabei nicht allein auf sich selbst beziehen, sondern den Prozess für die tatsächliche Gleichberechtigung von Frauen und Männer voranbringen.“

Stimmen zur Rolle der Väter

„Eine Beteiligung von Vätern an der Familienarbeit und Erziehung ist in aller Munde, wobei immer schnell auf die Väter geschimpft und von zu langsamer Änderungsbereitschaft gesprochen wird“, analysiert Dr. Andreas Eickhorst. Er ist Vorsitzender des Augsburger Vätervereins Papagen e.V. sowie Familien- und Väterforscher am Deutschen Jugendinstitut. „Vergessen wird dabei aber oft, dass der Mann als Vater nicht isoliert im Raum steht, sondern Teil der gesellschaftlichen Prozesse, der Arbeitswelt sowie vieler sich widersprechender Erwartungen und Anforderungen ist“, so Eickhorst.

Elsa Koller-Knedlik, Vorsitzende der Geschäftsführung der Augsburger Agentur für Arbeit, wünscht sich, „dass junge Väter, die ihre Väterrolle leben und ganz bewusst die Familienzeit in ihre Karriere mit einplanen, noch mehr gesellschaftliche Anerkennung dafür bekommen. Es ist sehr erfreulich, dass diese Männer den Mut beweisen, das so zu demonstrieren und sich selbst diese gemeinsame Zeit mit ihren Kindern gönnen." Koller-Knedlik findet es wichtig, dass es in dieser Männerwoche auch eine Veranstaltung zur Vereinbarkeit von Karriere und Familie aus väterspezifischer Sicht gibt.

Dr. Annette Rosch von der Augsburger Agentur für Arbeit meint: „Väter haben mit den gleichen Hürden bei der Berufsrückkehr zu kämpfen wie Mütter. Es gilt daher, Väter ebenso wie Mütter beim Wiedereinstieg zu unterstützen. Die Arbeitsagentur bietet dazu verschiedene Angebote an, wie Bewerbungstraining, Beratung und Stellensuche sowie Fortbildung und Qualifizierungen.“

„Männer sind vielfach auf Erfolg und Funktionieren programmiert“, berichtet Gerhard Kahl von der Männerseelsorge im Bistum Augsburg. „Nicht das Leben nach alten Rollenbildern und das Erfüllen von Erwartungen ist gefragt, sondern das Leben selbst in die Hand zu nehmen. Das bedeutet auch, sich mit sich selbst und seiner Geschichte zu versöhnen“, weiß der Männerseelsorger. Beim diesjährigen Diözesanmännertag geht es etwa um das Thema Schritte auf dem Weg zur Versöhnung.(pm/je)




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