Brechtpreis an Nino Haratischwili verliehen

20.04.2018 10:32 | Kategorie: Kultur

Gestern wurde der Brechtpreis an die Autorin Nino Haratischwili verliehen. Sie erhielt die Auszeichnung für ihre Theaterstücke und ihren Roman “Das achte Leben (Für Brilka)“.


Die Autorin und Dramatikerin Nino Haratischwili stammt aus der Georgischen Hauptstadt Tiflis. Sie hat in Hamburg Theaterregie studiert, wo sie noch heute lebt. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg

Die Jury würdigt Nino Haratischwilis Kunst, komplexe historische Prozesse in sinnlich fassbare Geschichte zu fassen. Ihre Texte erinnern an die großen Exildramen Bertolt Brechts. So lässt sie Revolutionen und Kriege, menschliches Versagen, Opportunismus, Machtmissbrauch und andere individuelle Katastrophen in ihre Werke einfließen. Ihre großartigen Frauenfiguren erinnern an die Protagonistinnen aus Brechts „Mutter Courage“ oder seinem „Kaukasischen Kreidekreis“.  Die Laudatio  hielt  Andreas Platthaus, Leiter des Ressorts Literatur und literarischen Leben bei der FAZ.

In ihrer Dankesrede sagte Nino Haratischwili: "Ich liebe das Theater. Ich glaube an seine enorme, zuweilen auch heilende Kraft. (...) Ich glaube vor allem an den Mut, den man als Künstler aufbringen muss. Mut und die Bereitschaft, sich zu öffnen, sich verletzlich  zu machen. Denn genau da liegt der Zauber, den ich, seit ich 15 bin, immer wieder in der Literatur genauso suche wie im Theater.

Der Jury des Bertolt-Brecht-Preises unter der Leitung von Kulturreferent Thomas Weitzel gehörten folgende Mitglieder an:

  • Prof. Dr. Mathias Mayer, Lehrstuhl für Neuere Deutsche  Literaturwissenschaft der Uni Augsburg
  • Prof. Dr. Jürgen Hillesheim, Leiter der Bertolt-Brecht-  Forschungsstelle der Stadt Augsburg
  • Literaturkritiker Hubert Spiegel (FAZ) und Uwe Wittstock
  • Shermin Langhoff, Intendantin am Maxim Gorki Theater  Berlin und Andrea Koschwitz, Dramaturgin am Residenztheater München

Zu Ehren des am 10. Februar 1898 in Augsburg geborenen Dichters und Dramatikers Bertolt Brecht verleiht die Stadt Augsburg seit 1995 (zunächst alle drei Jahre, seit 2016 im Zwei-Jahres-Rhythmus) den Bertolt-Brecht-Preis an Persönlichkeiten, die sich in ihrem literarischen Schaffen durch die kritische Auseinandersetzung mit der Gegenwart auszeichnen. (pm/pif)




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