OB Gribl: AfD-Chefin Petry in Augsburg unerwünscht

01.02.2016 09:40 | Kategorie: Bürgerservice & Rathaus, Asyl

Die Augsburger AfD lädt am 12. Februar zum Neujahrsempfang. Gastrednerin soll die Bundesvorsitzende Frauke Petry sein. Diese hatte zuletzt den Gebrauch von Schusswaffen zum Schutz der Grenzen vor Flüchtlingen ins Gespräch gebracht. Darum will Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl den Auftritt Petrys im Rathaus verhindern.


Im Rathaus wird alle drei Jahre der Augsburger Friedenspreis verliehen. An gleicher Stelle soll am 12. Februar AfD-Chefin Frauke Petry sprechen. Foto: Siegfried Kerpf

Wie Gribl dem Augsburger AfD-Stadtrat Thorsten Kunze am Sonntagabend telefonisch mitteilte, ist der Auftritt von Frauke Petry in Augsburg unerwünscht. Kunze habe, so der OB, in diesem Gespräch bereits signalisiert, dass man der Stadt Augsburg nicht schaden wolle.

„Die Stadträte der AfD werden von mir aufgefordert, Frau Petry mit einer klaren inhaltlichen Positionierung auszuladen oder den Neujahrsempfang gänzlich abzusagen“, so Gribl wörtlich. „Dies sind Äußerungen, die verfassungsfeindlichen Charakter haben. Wir machen in Augsburg zudem eine besondere Sensibilität als Friedensstadt geltend. Dass an gleicher Stelle, an der Friedenspreisträger für den Brückenbau bei Konfliktlagen gewürdigt werden, solches Gedankengut öffentlich geäußert werden könnte, ist mir unerträglich.“
  

Hausverbot wird geprüft

Man werde, so Gribl, nun prüfen, ob aufgrund der Aussagen ein Hausverbot gegen Petry ausgesprochen werden könne und dieses auch aussprechen, falls die Augsburger AfD den Forderungen des Oberbürgermeisters nicht nachkomme.

AfD-Chefin Frauke Petry hatte gegenüber dem „Mannheimer Morgen“ geäußert, dass Deutschland „umfassende Kontrollen“ brauche, „damit nicht weiter so viele unregistrierte Flüchtlinge über Österreich einreisen können”. „Zurückweisungen”, so Petry in dem Interview, müssten „notfalls auch mit Grenzsicherungsanlagen durchgesetzt werden”, und man müsse „notfalls auch von der Schusswaffe Gebrauch machen”. 

Die Berliner AfD-Chefin Beatrix von Storch hatte daraufhin in einem Facebook-Post bekräftigt, dass „notfalls auch Frauen mit Kindern mit Waffengewalt am Grenzübertritt zu hindern” seien. (pm/rs)




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