Neues Netzwerk für mehr Bio in Augsburg gegründet

05.02.2016 20:44 | Kategorie: Umwelt & Soziales

Gesunde Ernährung und andere Bio-Ansätze spielen in Augsburg schon lange eine große Rolle. Gestern legten fünf Unterschriften den Grundstein für eine bundesweite Kooperation für mehr Bio gelegt: Das „Netzwerk Bio-Städte, Bio-Gemeinden und Bio-Landkreis“ war geboren.


OB Gribl (Mitte) macht es vor: Mit ihm unterschreiben (von links) Michael Kolmer, Ulrich Maly, Josef Schmid und Gerda Stuchlik die Kooperationsverinbarung des neuen Bio-Netzwerks. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg

Das Bio-Pausenbrot für Schüler und die begrünten Big Bags beim „Urban Gardening“ sind nur zwei Faktoren, die Augsburg als Bio-Stadt auszeichnen. „Ernährung ist bei uns nur eine Facette unter allen Nachhaltigkeitsbemühungen, die uns die Auszeichnung als nachhaltigste Großstadt Deutschlands einbrachte“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl im Rahmen des Gründungstreffens im Fürstenzimmer. „Bei uns steht die Gesundheit im Vordergrund, die Ernährung ist ein Teil des Agenda21-Prozesses.“

Die weiteren Unterzeichner stellten heraus, dass die Ansätze in jeder Stadt andere seien: „Bei uns begann alles mit hohen Nitrat-Werten im Grundwasser“, erzählt Nürnbergs OB Ulrich Maly. „Heute haben wir zum Beispiel auf dem Christindlesmarkt mehr als 50 Prozent Anteil bei Speisen und Getränken.“ In München, so Bürgermeister Josef Schmid, werde in städtischen Einrichtungen ebenso 50 Prozent der Speisen in Bio-Qualität angeboten, bei Fleisch liege die Quote gar bei 90 Prozent.
 

Stadtteile als Partner der Bauern-Dörfer

Wieder anders liege die Historie in Freiburg, so Bürgermeisterin Gerda Stuchlik: „Der Weg zu mehr Bio begann bei uns über die Regionalität“, erklärt sie. Man wollte die Erzeugnisse des unmittelbaren Umlandes in der Stadt verstärkt vermarktet sehen. Heute hält jeder Freiburger Stadtteil eine Partnerschaft mit einem Erzeuger-Dorf im Landkreis.

In Darmstadt, so Wirtschaftsamt-Leiter Michael Kohler, stünden beispielsweise Spieler des SV 98 beim Weihnachtsmarkt im Bio-Stand und verkaufen Bratwürste. Auch Biostadt-Referentin Claudia Elfers aus Bremen sollte beim Gründungstreffen mit dabei sein – ihr Zug traf aber erst mit Verspätung in Augsburg ein.

So setzten zunächst fünf kommunale Vertreter ihre Unterschrift auf das Kooperationspapier. Zum Netzwerk zählen insgesamt 12 deutsche Kommunen. Wohin die Reise gehen könnte, erläuterte Prof. Franz-Theo Gottwald von der Schweisfurt-Stiftung: „Es gibt keinen Wirtschaftszweig in Deutschland mit solchen Wachstumsraten wie der Bio-Sektor“ sagte er und legte entsprechende Zahlen vor. Alleine in den letzten 20 Jahren sei der Anteil der Bio-Landwirtschaft an der gesamten Agrar-Fläche von 1,6 auf 6,3 Prozent gewachsen. Der Umsatz der Bio-Branche habe sich seit 2001 auf 8 Milliarden Euro vervierfacht, so Gottwald: „Die Städte müssen da jetzt mitziehen.“ Das neue Netzwerk sei da schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. (rs)

 

 




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