Miteinander in Schwaben: Besuch in Günzburg

19.05.2017 12:56 | Kategorie: Bürgerservice & Rathaus

Der Austausch mit ihren schwäbischen Amtskollegen liegt der Augsburger Stadtspitze und -verwaltung am Herzen. Nach Kempten im Februar war am Donnerstag, 18. Mai, eine städtische Delegation zu Gast in Günzburg.


Günzburg war diesmal das Ziel des kommunalpolitischen Austausches „Miteinander in Schwaben“, wo Oberbürgermeister Gerhard Jauernig (rechts) seinen Augsburger Amtskollegen Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl (links) und Zweite Bürgermeisterin sowie Wirtschafts- und Finanzreferentin Eva Weber empfing.

Das gemeinsame römische Erbe, die touristische Vermarktung und Infrastrukturthemen im Verkehrsbereich sind Anknüpfungspunkte, bei denen Augsburg und Günzburg intensiver zusammenwirken möchten. „Es geht darum, als Nachbarn in Schwaben näher zusammenzurücken und auszuloten, wo wir voneinander lernen können, wo es möglich ist, zusammenzuarbeiten und mit der Hilfe des Städtetags schwäbische Themen umgesetzt zu bekommen“, erläutert Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl das Ziel des kommunalpolitischen Austausches unter dem Motto „Miteinander in Schwaben.“

Infrastruktur

  • Ein solches Thema ist aus Günzburger Sicht zum Beispiel das Problem der Asphaltbeschichtung der A8, die zu erheblichen Lärmbelästigungen vor allem nachts führt. Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig möchte sich deshalb für eine Geschwindigkeitsbegrenzung zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens einsetzen. Als Grundlage dafür empfiehlt der Augsburg OB als stellvertretender Vorsitzender des Bayerischen Städtetags eine Emissionserhebung aller betroffenen Gemeinden an der A8 in dieser Region.
  • Auch über das 3. Gleis der Zugausbaustrecke im Abschnitt Dinkelscherben-Günzburg und das Thema Sicherheit in den Innenstädten per Videoüberwachung haben sich die beiden Oberbürgermeister ausgetauscht. Was den Bereich Sicherheit betrifft, möchten beide Städte über den Städtetag mehr Handlungsspielraum für die Kommunen erreichen.

 

Integration

  • Nach wie vor geht es auch um Integrationsfragen und den steigenden Wohnungsdruck aufgrund der bestehenden Asylproblematik. „Lange Wartelisten von anerkannten Asylbewerbern auf eine eigene Wohnung einerseits und leerstehender Wohnraum in Asylunterkünften andererseits verschärfen das Problem. Da ist auch der Freistaat Bayern gefordert“, sagt OB Jauernig mit Blick auf viele andere kreisangehörige Kommunen in Schwaben.

 

Tourismus und Innenstadtvermarktung

  • Gut vorstellbar für Augsburg und Günzburg sind Kooperationen im Tourismus und beim Innenstadtmarketing. Augsburg schaut dabei vor allem auf das erfolgreiche „Legoland“, das seit 15 Jahren besteht und für rund 400.000 Übernachtungen pro Jahr in der Stadt Günzburg sorgt. Günzburg selbst setzt als betont familienfreundliche Stadt einen eigenen Schwerpunkt und punktet mit Aktionen wie dem Günzburger Kultursommer, einer Kinder-Stadtrallye oder speziellen Premium-Radwanderwegen entlang der Donau.
  • Als gemeinsames Ziel von Augsburg und Günzburg wurde festgehalten, Touristen von außerhalb Schwabens zum Beispiel mit touristischen Kombi-Angeboten länger in den jeweiligen Städten und in der Region zu halten.
  • Als „bereichernd und anregend“ bezeichnete Bürgermeisterin sowie Wirtschafts- und Finanzreferentin Eva Weber den Austausch mit Günzburg mit Blick auf die Vermarktung der Innenstadt und die „Digitale Einkaufsstadt“. Für dieses vom Freistaat Bayern geförderte Projekt hat Günzburg den Zuschlag erhalten. Ziel ist es, innovative digitale Anwendungen im Einzelhandel zu entwickeln, um so den Online- und den Offline-Handel verträglich und sich einander ergänzend zu gestalten. Bislang sind die Erfahrungen positiv.
  • Für die Vermarktung der Augsburger Innenstadt ist wiederum Günzburg ein interessanter Zielmarkt. „Wichtig ist, auch über neue Medien auf das Angebot und den Charme der jeweiligen Städte aufmerksam zu machen – unabhängig davon ob es sich um eine Großstadt wie Augsburg, oder eine Große Kreisstadt wie Günzburg handelt“, so Eva Weber.

 

Wasser und römisches Erbe

  • Möglichkeiten zur Zusammenarbeit zwischen Augsburg und Günzburg bestehen auch kultureller Art. Eine große Rolle spielt dabei das Thema „Römerdreieck Augsburg-Günzburg-Kempten.“ So ist zum Beispiel angedacht, eine „Römerrunde Schwaben“ auf Arbeitsebene zu organisieren, um Planungen gemeinsam abzustimmen. Denkbar wäre auch eine neue römische Museumslandschaft in Bayerisch Schwaben,
  • in der drei Museen die römische Epoche Bayerisch Schwabens mit unterschiedlichen Schwerpunkten darstellen: Augsburg als römische Provinzhauptstadt; Günzburg als zeitweilige Militärgarnison am äußersten Rand des römischen Imperiums und Kempten als Planstadt nach mediterranem Vorbild. Wie es hieß, werde eine solche Kooperation auch von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern empfohlen.
  • Neben der Römerzeit verbindet Augsburg und Günzburg aber auch das Thema Wasserbau und Wasserkraft. Anknüpfungspunkte zur Zusammenarbeit bietet sowohl die Unesco-Welterbe-Bewerbung Augsburgs als auch die Günzburger Machbarkeitsstudie zum Thema „Leben mit dem Wasser“. (erk, je)



+ -