Millionen aus München für Theater und Schulen

01.07.2015 13:07 | Kategorie: Kultur, Theatersanierung

Geldsegen für die Stadt Augsburg: An der Sanierung von Theater, Schulen und Kindertagesstätten beteiligt sich der Freistaat Bayern mit insgesamt mehr als 230 Millionen Euro. Das gab Finanzminister Dr. Markus Söder am heutigen Mittwoch bekannt.


Hinter den Kulissen machte sich Finanzminister Dr. Markus Söder (3.v.l.) ein Bild vom desolaten Zustand des Theaters. Ihn begleiteten (von links): Bürgermeisterin Eva Weber, OB Dr. Kurt Gribl, Intendantin Juliane Votteler, Staatssekretär Johannes Hintersberger und Kulturreferent Thomas Weitzel. Foto: Richard Goerlich

„Das ist großes Kino im Theater“, eröffnete Söder seine Ansprache. Flankiert von Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl und Staatssekretär Johannes Hintersberger verlas er die stattlichen Zahlen – und erntete warmen Applaus, vor allem von den Mitarbeitern des Theaters. Hier das Konzept im Einzelnen:

Sanierung Theater
Die zu erwartenden Baukosten für die Theatersanierung werden auf vorerst 189 Millionen Euro verringert. Der Freistaat gewährt zu den zuweisungsfähigen Ausgaben der Generalsanierung eine Spitzenförderung nach dem Finanzausgleichsgesetz (FAG) in Höhe von 107 Millionen Euro – mehr als 56 Prozent der Gesamtkosten.

Sanierung von Schulen, Schulsportanlagen und Kitas
Der Freistaat unterstützt darüber hinaus die Sanierung von Schulen und Schulsportanlagen mit einer weiteren überdurchschnittlichen Förderung in Höhe von 122 Millionen Euro. Für den Ausbau von Kindertagesstätten kommen weitere 2,6 Millionen dazu.

Durch die Spitzenförderung des Freistaats für das „Kultur- und Bildungsförderprogramm Metropole Augsburg“ wird der städtische Haushalt insgesamt um voraussichtlich mehr als 50 Mio. Euro über die bisherigen Förderungen hinaus entlastet.

„Antritt mit Wucht“

Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl nannte die Bekanntgabe der Förderung „einen Antritt mit Wucht“. Er verwies auf die hohe Fairness und Sachlichkeit, mit der Augsburg und der Freistaat seit etlichen Wochen um eine Lösung für die Theatersanierung gerungen haben. „Augsburg hat einen Konzeptvorschlag gemacht, den der Staatsminister mit großem Wohlwollen aufgenommen und weiterentwickelt hat“, so Gribl. Dadurch bekomme Augsburg jetzt Planungssicherheit, um Kultur und Bildung mittelfristig bis 2030 weiter zu entwickeln.

Der Eigenanteil der Stadt bei der Theatersanierung liegt nach der aktuellen Kalkulation bei 82 Millionen Euro. Laut Gribl zieht die Stadt zur Finanzierung auch die Möglichkeit von Fundraising, also Spenden von Unternehmen oder Privatpersonen, in Betracht.

Die Reduzierung der Sanierungskosten auf 189 Millionen Euro wurde wie folgt erreicht:

  • Anpassung der Ausstattung im bühnentechnischen Bereich in Höhe von 2,5 Millionen Euro
  • weitere Präzisierung der Ausstattungsqualitäten und Detaillierung der Kostenberechnung – auch unter Heranziehung von Vergleichsabrechnungen – in Höhe von 22,5 Millionen Euro
  • teilweiser Wegfall der Verwaltungsunterbringung in separatem Dachgeschoss in Höhe von 3,3 Millionen Euro (es wird geprüft, ob die Verwaltung weiter am Standort Kasernstraße untergebracht werden kann)
  • Anpassung der Ausstattungsqualitäten in allen Bereichen in Höhe von 4,8 Millionen Euro.

Gebäude und Innenausstattung der Brechtbühne sollen weiter verwendet werden.

Jetzt wird die Interimsspielzeit vorbereitet und der inhaltlichen Diskurs über das Theater von morgen geführt. Dieser beginnt an diesem Freitag, 3. Juli, mit einem Auftaktgespräch im Rathaus. Der Dialog wird unter der Bezeichnung „Zukunft der Theaterlandschaft“ unter der Federführung des Kulturreferats im Herbst öffentlich geführt und extern moderiert. Auch der Kulturbeirat ist einbezogen. Im Januar 2016 werden Ergebnisse aus dem Dialog erwartet.

Wir haben auf unseren Sonderseiten zur Theatersanierung die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Projekt zusammengestellt. (pm/rs)




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