Kita-Ausbau wird weiter vorangetrieben

13.07.2017 15:47 | Kategorie: Umwelt & Soziales

Augsburg braucht immer mehr Betreuungsplätze für Kinder. Darum hat die Stadt nun eine „Task Force Kita“ eingerichtet. Direktoriumsleiter Hermann Weber koordiniert darin den Ausbau referatsübergreifend.


In den Augsburger Kitas werden die Kinder hervorragend betreut. Mit einer referatsübergreifenden Task Force versucht die Stadt jetzt, dem gestiegenen Bedarf gerecht zu werden. Foto: Siegfried Kerpf/Stadt Augsburg

Ab Mitte August wird die Task Force aus verwaltungsinternen Vorschlägen eine Prioritätenliste für weitere Kita-Kapazitäten erarbeiten. Ziel ist, bis Herbst dem Stadtrat eine Beschlussempfehlung vorzulegen.
Die aktuelle Entwicklung macht dieses Vorgehen erforderlich. So waren noch im Mai 109 Kinder unter drei Jahren ohne Krippenplatz gemeldet. Bei den Kindergartenkindern waren noch 185 unversorgt.
Zwischenzeitlich hat sich die Situation etwas entspannt, etwa die Hälfte der Kinder hat nun einen Platz bekommen.
 

Ein Grund: Augsburg wächst

Anlass für das gemeinsame Vorgehen der Stadt für einen forcierten Kita-Ausbau ist aber nicht nur die aktuelle Entwicklung im Bereich Kindertagesstätten – sondern die Tatsache, dass Augsburg wächst. Seit 2010 ist ein kontinuierlicher Geburtenanstieg verzeichnet. Für das Jahr 2016 weist die Statistik 3072 Geburten für das Stadtgebiet Augsburg aus – im Vergleich zum Jahr 2010 ein Anstieg um 31 Prozent. Auch bei EU-Bürgern ist Augsburg beliebt, deren Zahl stetig zunimmt.

Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl sieht darin einen Gewinn für Augsburg: „Wenn mehr Kinder einen Krippen- oder Kindergartenplatz brauchen, müssen wir im Sinne der Daseinsvorsorge dafür sorgen, dass der Bedarf gedeckt wird. Dafür braucht es Grundstücke, Geld und Personal. Das bedeutet für die Stadt, dass wir diese Aufgabe referatsübergreifend und mit dem nötigen Nachdruck angehen.“
 

Bedarf soll um 1.400 Plätze steigen

Was die mittelfristige Planung betrifft, ist aufgrund des stetigen Geburtenzuwachses in den zurückliegenden zehn Jahren mit steigendem Bedarf für die Kinderbetreuung zu rechnen. Eine Studie vom Institut für Sozialplanung Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik hat für die nächsten Jahre in Augsburg einen steigenden Bedarf bei den Kindertagesstätten von rund 1.400 Plätzen ermittelt. 

Die Anzahl der Kinder unter drei Jahren ist seit 2012 um 27 Prozent auf 8480 gestiegen. Bei den Kindern zwischen drei und sechs Jahren wurde im gleichen Zeitraum ein Anstieg um 8,3 Prozent auf gut 7300 ermittelt.

„Wie sich seit 2008 gezeigt hat, kann eine dynamische Bedarfsentwicklung auch bewältigt werden“, so Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl. Er verweist darauf, dass sich bis 2016 die Anzahl der Kindertagesstätten um 23 auf 186, die genehmigten Plätze um 2.744 auf 12.146 und die tatsächlich verfügbaren und genutzten Plätze um 2.019 auf 11.141 erhöht haben. Auch das Personal wurde um 914 Stellen auf 2.295 aufgestockt.

Vor diesem Hintergrund so der OB, „ist mir vor einer Zunahme des Bevölkerungswachstums in Augsburg auch nicht bange. Aber der Ansatz, die Bedarfsplanung bei Krippen- und Kindergartenplätzen gemeinsam anzugehen, ist daher umso erforderlicher“, so Dr. Gribl.
 

Kita Schwimmschulstraße wird um zwei Gruppen erweitert

Derzeit sind 15 Kitas in Planung – darunter auf dem Reese-Gelände in Kriegshaber, auf dem Martini-Gelände im Textilviertel und bei den Ladehöfen. Aktuell wird am 17. Juli im Bildungsausschuss zum geplanten neuen Kindergarten in der Schwimmschulstraße berichtet. Er ist für zwei Kindergartengruppen zu je 25 Kindern sowie eine Krippengruppe (12 Kinder) und eine Hortgruppe (25 Kinder) konzipiert. Aufgrund der zu erwartenden Entwicklung wird die Planungum ein weiteres Geschoss für zwei Kindergartengruppen erweitert.

Bis es soweit ist, besuchen Kinder aus der Innenstadt – vorzugsweise aus dem Stadtjägerviertel – die Kindertagesstätte in der Reischlestraße. Hier stehen Räume zur Verfügung. Am 27. Juli sind Eltern eingeladen, die Kita und das Betreuungspersonal dort kennenzulernen.
 

Bürgermeister Dr. Kiefer: „Wir sind auf dem richtigen Weg“

Und die Familien, die noch keinen Betreuungsplatz gefunden haben? „Die Träger geben sich zusammen mit der städtischen Kindertagesbetreuung alle nur denkbare Mühe, die Kinder bis zum Beginn des neuen Kindergartenjahres unterzubringen“, so Sozialbürgermeister Dr. Stefan Kiefer. „Die Situation ist noch nicht gut, aber sie entwickelt sich in die richtige Richtung. Wir sind auf dem richtigen Weg.“

 




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