Friedenspreis geht an Dr. Martin Junge

08.08.2017 11:53 | Kategorie: Bürgerservice & Rathaus

Der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes, Pfarrer Dr. Martin Junge, erhält 2017 den „Preis Augsburger Friedensfest“.


Martin Junge wurde 1961 in Chile als Sohn einer österreichischen Mutter und eines chilenischen Vaters geboren. Er studierte Theologie in Deutschland. Seit 2010 leitet er das Büro der Kirchengemeinschaft des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Genf. Foto: LWB

Dies gab Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl am Dienstag, 8. August, dem Augsburger Hohen Friedensfest, bekannt – bei einer Feierstunde im Goldenen Saal vor rund 200 Gästen.

Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl nannte den evangelisch-lutherischen Theologen einen „geduldigen Brückenbauer zwischen den Kontinenten, der aufgrund seiner theologischen Prägung und seiner Herkunft Europa als „globalen Norden“ und Südamerika als „globalen Süden“ miteinander verbindet.“

Martin Junge: „Weg der Versöhnung fortsetzen“

In einer ersten Reaktion zeigte sich Junge gerührt: „Ich fühle mich geehrt und bin dankbar für den Augsburger Friedenspreis. Er ermutigt uns im Lutherischen Weltbund und mich persönlich, den Weg der Versöhnung zwischen Kirchen und Religionen fortzusetzen. In einer Welt, die von Konflikt, Spaltung und zersetzenden Bewegungen geprägt ist, lohnt es sich, im Dialog zu bleiben. Durch kontinuierliche Dialoge wachsen Vertrauen sowie gegenseitiges Verständnis, Unterschiede können überwunden werden.“

Mit Verweis auf den Augsburger Religionsfrieden (1555) und die Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre (1999) hob Junge die Bedeutung der Stadt Augsburg hervor: „Augsburg steht für die Friedensbemühungen zwischen Katholiken und Lutheranern. In diesem Geiste wollen wir unseren gemeinsamen Weg fortsetzen“.

Regionalbischof Michael Grabow begründete die Entscheidung der Friedenspreis-Jury, deren Vorsitzender er ist. Jury-Mitglieder sind außerdem OB Dr. Kurt Gribl, Oberkirchenrat Michael Martin, Stadtdekanin Susanne Kasch, Weihbischof Dr. Anton Losinger, Professor Dr. Bernd Oberdorfer, Dr. Herbert Veh, Präsident des Landgerichts, Rechtsanwalt Dr. Thomas Weckbach und Professor Dr. Gregor Wurst.

Förderung interkonfessioneller Gemeinsamkeiten

In Anlehnung an den konfessionellen Hintergrund des Hohen Friedensfestes haben Stadt und Evangelische Kirche im Jahr 1985 vereinbart, dass der Friedenspreis „für besondere Leistungen zur Förderung interkonfessioneller Gemeinsamkeiten“ verliehen wird. Das Hohe Friedensfest wird seit 1650 jedes Jahr am 8. August in Augsburg gefeiert. Es geht zurück auf den Westfälischen Frieden von 1648, der das Ende der Unterdrückung der Protestanten während des Dreißigjährigen Krieges einleitete. Seit 1950 ist der 8. August ein gesetzlicher Feiertag, der nur für das Stadtgebiet Augsburg gilt.

Preisverleihung am 21. Oktober im Goldenen Saal

Der mit 12.500 Euro dotierte „Preis Augsburger Friedensfest“ wird seit 1985 alle drei Jahre am 8. August zum Hohen Friedensfest verliehen. Anlässlich der 450-Jahr-Feier des Augsburger Religionsfriedens von 1555 im Jahr 2005 wurde die Preisverleihung ausnahmsweise um ein Jahr vorgezogen. Somit wird auch heuer wieder ein Friedenspreis vergeben. Die eigentliche Preisverleihung findet am Samstag, 21. Oktober 2017 im Goldenen Saal des Rathauses statt. (pm/je)




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