Bürgerbüro wird zur Bürgerbühne

26.07.2017 08:22 | Kategorie: Kultur, Bürgerservice & Rathaus

Wo sonst Personalausweise, Feinstaubplaketten oder Nummernschilder über den Tisch gehen, fliegen ab morgen Glaubensbekenntnisse durch die Luft: Das Bürgerbüro Stadtmitte an der Blauen Kappe wird zur Theaterbühne.


Fromm und frei nutzen die Darsteller alle Stockwerke des Verwaltungszentrums an der Blauen Kappe. Foto: Frauke Wichmann

 „Fromm und frei?! – Augsburger Bekenntnisse“, heißt ein autobiographisches Theaterstück des Jungen Theaters Augsburg (JTA). Es wird aktuell im Bürgerbüro an der Blauen Kappe 18 aufgeführt.

Insgesamt 9 Aufführungen

Vorstellungen des Stücks „Fromm und frei?! – Augsburger Bekenntnisse“ gibt es am 14., 15., 19., 21., 23., 26., 28., und 29. Juli, sowie am 4. und 5. August, Beginn ist jeweils um 19:30 Uhr. Tickets (zwischen 8 und 12 Euro) können unter www.jt-augsburg.de reserviert werden.

Stationen-Theater über neun Stockwerke

Für das Bürgerbühnenprojekt hat das JTA 15 Personen zwischen 15 und 86 Jahren gesucht und sie gefragt, wozu sie sich bekennen und wie sich ihr Glaube im Alltag auswirkt. Mit ihnen hat das JTA das autobiographische Theaterstück entwickelt, in dem sie davon erzählen, worauf es ihnen in ihrem Glauben ankommt.

Zu den Akteuren zählen Assyrer, Katholiken, Muslime und Mennoniten ebenso, wie Protestanten, Freikirchler und Buddhisten. Sie alle bilden den Kern für ein Stationentheater, das im Parterre des Bürgerbüros beginnt und nach szenischen Darstellungen je Stockwerk schließlich im 9. Stock bei einem atemberaubenden Ausblick über die ganze Stadt endet. JTA-Regisseurin Susanne Reng beschreibt dies „als Möglichkeit, für einen kurzen Moment eine Ahnung davon zu erhalten, wie es sich anfühlen könnte, an einem Ort zu sein, an dem alle Religionen friedlich beisammen sind und sich zu Hause fühlen können.“
 

Bürgermeisterin Weber: „Ein großes Stück Lebenswirklichkeit“

Die Szenen des Theaterstücks werden außerhalb der Dienstzeiten in den Warteräumen und Fluren des Bürgerbüros aufgeführt. „Das ist eine ungewöhnliche und gerade deshalb so faszinierende Idee, weil in diesem Gebäude, in dem Personaldokumente erstellt werden, eher die Frage, wer jemand ist, eine Rolle spielt. Nicht aber, woran jemand glaubt“, so Bürgermeisterin Eva Weber, der als Wirtschafts- und Finanzreferentin auch die städtischen Liegenschaften unterstehen. „In einer vielkulturellen Stadt wie Augsburg, in der eine Vielzahl an Glaubensrichtungen zusammentrifft, war es für uns geradezu selbstverständlich, dass wir unser Bürgerbüro als Kulisse und Spielort für ganz individuelle und spannende ‚Augsburger Bekenntnisse‘ zur Verfügung stellen. Zudem wird damit ein großes Stück Lebenswirklichkeit abgebildet.“

Die Produktion des JTA ist in Kooperation mit dem Friedensbüro im Kulturamt der Stadt Augsburg unter der Schirmherrschaft des Runden Tischs der Religionen entstanden Gefördert wird sie im Rahmen des Programms „Reformationsjahr 2017“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM sowie vom Kulturfonds Bayern. (pm/rs/je)




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