Alle aktuellen Infos zu den Interimsspielstätten

30.09.2016 11:26 | Kategorie: Theatersanierung

Nach der Schließung des Großen Hauses im Juni hat das Kulturreferat bis jetzt unter Hochdruck nach praktikablen Lösungen für den Vor-Interimsspielbetrieb der Spielzeit 2016/17 und die nachfolgende Gesamtsanierungszeit des Theaters gesucht.


Es wurden sowohl im ersten Suchzeitraum 2014/15 und vor allem auch nach der plötzlichen Schließung des Großen Hauses sehr viele Varianten für Ersatzspielstätten und Flächen für Werkstätten und Verwaltung geprüft, die meisten stellten sich jedoch als nicht geeignete Lösungen dar. Letztendlich konnten nun sehr gute und vor allem wirtschaftliche Lösungen für die komplexe Herausforderung der Verlagerung eines produzierenden, mittelständischen Betriebs mit 360 Mitarbeitern und von zwei großen Spielstätten gefunden werden.

Mit der Aufhebung der Entscheidung, die fünfjährige Interimszeit des Musiktheaters im Kongress am Park (KaP) zu verbringen, und stattdessen für das Musiktheater eine große Spielstätte, die nötigen Probenräume, Musik- und Stimmzimmer, sowie Verwaltung, Industriehallen und Räume im Martinipark anzumieten, steht nun das Gesamtkonzept für das Interim für die nachfolgende Gesamtsanierungszeit des Theaters Augsburg:

  • Das Schauspiel mit Bühne, das Ballett, die Verwaltung und die Werkstätten werden in der Interimszeit ab 2018 auf dem Gaswerkgelände eine Heimat finden. Dort sollen die Räumlichkeiten später nachhaltig auf dem neuen Kreativareal genutzt werden.
  • Der Martinipark wird ab 2017 die Spielstätte des Musiktheaters sowie das Orchester und die Verwaltung beherbergen.

Vor dem Hintergrund, dem Tagungs- und Veranstaltungswesen in Augsburg sowie den Bedürfnissen freier Veranstalter im Kongress am Park sowie anderen Veranstaltungshallen und -flächen zu entsprechen, wurden ebenfalls sehr viele Varianten geprüft. Ziel dabei war immer, bei einer Nutzung von Kongress am Park auch den Interessen des Kongress- und Tagungswesens sowie freier Veranstalter zu entsprechen. Eine durchgehende Belegung des Kongress im Park war nie vorgesehen. Vielmehr wurden durch das Theater lediglich alle freien Termine belegt und zu den üblichen Mietkonditionen angenommen.

Die Flächen im Martini-Park wurden dem Kulturreferat erst nach der Schließung angeboten, da sie zuvor durch anderweitige Planungen der Martini GmbH nicht zur Verfügung standen. Ein vergleichendes Gutachten ergab jedoch, dass unter den zur Verfügung stehenden Spielstätten Martini von den Anforderungen an Publikums- und Spielflächen und Produktionsmöglichkeiten am besten geeignet ist. Ebenfalls ist im Martini-Pparkein Spielbetrieb – und damit Einnahmen – potentiell an 365 Tagen im Jahr möglich. Es entstehen keine Ausgaben, z.B. für temporäre Auszüge und Lagerkosten.

Fazit: Martini-Lösung bedeutet für Kongress am Park, dass Belastungen durch Mehrausgaben und Einnahmenverluste in Millionenhöhe entfallen. Auch die positiven Umkehrrenditewirkungen für Gastronomie, Hotellerie, Handel etc. sind in ihrer Wirkung und Dynamik ebenfalls nicht betroffen.

Als nicht geeignete Lösung stellte sich auch die Zelt-Variante dar: 
Der Stadt liegen Angebote für ein Spielzelt zwischen 8,1 und 10,64 Mio. Euro vor – bei einer Nutzungsdauer von 6 Jahren. Es gilt jedoch zu beachten, dass dies noch keine Lösungen für Garderoben, WCs, Präsenzwerkstätten, Verwaltung, Werkstätten oder Probebühnen enthält. Hierfür wären allein für den Spielbetrieb zusätzlich 75 Container notwendig. Auch würde ein Zelt ausschließlich den Spielbetrieb für das Musiktheater lösen. Eine Ausweichmöglichkeit für das Schauspiel wäre nicht gegeben. Hierfür würden weitere Investivkosten und Mietkosten entstehen.

Auch der gern genannte Vergleich mit München (Deutsches Theater) u.a. ist unstatthaft: Es ist ein reiner Gastspielbetrieb und hat somit keine eigenen Produktionen: Werkstätten, Verwaltungsräume, Probebühnen und doppelte Spielstättenanforderung entfallen.

Fazit: Bei einer Zeltlösung wäre man bei einem Betrag weit über 10 Mio. Euro die weitaus teuerste Variante von allen bisher untersuchten Varianten.

In der aktuellen Spielzeit 2016/2017 wird – neben der Brechtbühne und dem Hoffmannkeller als vorläufig bleibende Spielstätten – in folgenden Interimsstätten gespielt:

  • Martini-Park: „Der Jüngste Tag", Schauspiel
  • Schwabenhalle/Messe Augsburg: „Der Nussknacker", Ballett und „Tosca", Musiktheater
  • Parktheater im Kurhaus Göggingen: „Simplicius Simplicissimus", Musiktheater 
  • Konzertsaal der Universität Augsburg: „Idomeneo", Musiktheater und Familienkonzerte
  • Kongress am Park: „Pünktchen und Anton", Schauspiel; Carmen/Bolero, Ballett; Othello, Musiktheater sowie Sinfoniekonzerte und ein Familienkonzert 
  • Stadthalle Gersthofen: Sinfoniekonzerte am 14./15.11.2016 und, wie bisher auch, das Familienkonzert Gersthofen

(kh)

 

 




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