Aktionsplan Inklusion: Bürgerwerkstatt setzt Themen

16.10.2017 16:55 | Kategorie: Umwelt & Soziales

Inklusion geht uns alle an. Noch bis 30. November läuft die große Online-Befragung, an der sich alle Bürger der Stadt beteiligen können. Am Samstag fand die Bürgerwerkstatt Inklusion im Kongress am Park statt. Mehr als 150 Menschen haben teilgenommen


Die Bürgerwerkstatt Inklusion war geprägt von reger Teilnahme und interessanten Diskussionen. Foto: Annette Zoepf

Hier geht es direkt zur Online-Befragung

Da gibt es grundsätzliche Themen wie die Probleme, einen Arbeitsplatz zu finden. Aber auch alltägliche Hindernisse durch wild geparkte Autos und Fahrräder. Oder jetzt im Herbst durch rutschiges Laub: Bei der Bürgerwerkstatt Inklusion diskutierten am Samstag 160 Menschen über den Weg zu einer Stadt, in der auch Menschen Behinderung Möglichkeiten zur Teilhabe bekommen.  Die Stadt erstellt derzeit einen „Aktionsplan Inklusion“, der den Weg zu einem Augsburg aufzeigt, in dem alle „gemeinsam dazu gehören“.
 

Ein Generationenprojekt

Damit wird die 2009 auch von Deutschland ratifizierte UN-Behindertenrechtskonvention umgesetzt, die die Inklusion (= gleichberechtigte Teilhabe) zum Ziel hat.  Ein Generationenprojekt, das nicht von heute auf morgen umzusetzen ist und bei dem man von Schritt zu Schritt neu dazulernen muss, wie OB Dr. Kurt Gribl und Sozialbürgermeister Dr. Stefan Kiefer bei der Begrüßung der Teilnehmer der Bürgerwerkstat betonten. Sie sagten den Teilnehmern die Unterstützung der gesamten Stadtverwaltung bei der Umsetzung des Aktionsplans zu. 

Bezirksrat Volkmar Thumser, der die Grüße des Bezirkes Schwaben überbrachte, vergleich das Arbeiten am Thema Inklusion mit den Bauarbeiten am Hauptbahnhof: Eine Baustelle, bei der es gegenüber dem vorherigen Zustand schon jetzt Verbesserungen gebe (durch Öffnung des Posttunnels mit ihren Rampen), bei der aber das große Ziel des für alle zugänglichen Bahnhofs noch etwas auf sich warten lasse – aber immerhin in Sicht sei.      
 

Fachstelle Inklusion im Amt für Soziale Leistungen 

Erstellt wird der Aktionsplan Inklusion vom Fachbereich Sozialplanung im Amt für Soziale Leistungen. Dort wurde 2016 eine Fachstelle Inklusion eingerichtet. Zentraler Bestendteil am Aktionsplan ist  eine umfassende Bürgerbeteiligung.  Einen Schwerpunkt der Bürgerwerkstatt am Samstag bildete die Arbeit in Workshops, zum Beispiel zum Thema „Wohnen und Leben“, „Gesundheit“ oder „Mobilität“. Während ihrer Möglichkeiten zur Teilhabe in manchen Bereichen besser werden,  zum Beispiel bei der Barrierefreiheit  in Bus und Straßenbahn, nehmen die Schwierigkeiten an anderer Stelle eher größer: So zeigt sich, dass es für Familien mit einem behinderten Kind schwer ist, barrierefreien Wohnraum zu finden – und ebenso für junge Erwachsene, die in eigene Wohnung ziehen wollen.  
 

Das Rahmenprogramm macht Mut

Daneben machte das Rahmenprogramm der Bürgerwerkstatt am Samstag auch Mut und baute Berührungsängste ab: Es zeigte, wie Menschen mit Behinderung trotz ihrer Einschränkung ein selbstbestimmtes Leben führen: Der Autor Florian Sitzmann, der im Alter von 17 Jahren beide Beine verlor, berichtete von seinem Werdegang, den er humorvoll im Buch „Der halbe Mann“ schildert. Das Musikerduo Stefan Tiefenbacher und Walter Weh überzeugte an Saxofon und Piano.
 

Entwurf des Aktionsplans Inklusion soll in einem Jahr vorliegen

Die Bürgerwerkstatt am Samstag war Teil der „Bürgerbeteiligung Inklusion“, die noch bis zum 30. November dauert. Alle, die in Augsburg leben oder hier arbeiten, können sich an der Online-Umfrage beteiligen. Die Ergebnisse der Umfrage fließen, ebenso wie die der Bürgerwerkstatt, in den Aktionsplan Inklusion ein, dessen erster Entwurf im Herbst 2018 vorliegen soll. (cg)

Alle weiteren Informationen auf augsburg.de/inklusion

 

 




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