100 Jahre Synagoge: Nachfahren zu Gast in Augsburg

26.06.2017 14:57 | Kategorie: Kultur

Vor 100 Jahren wurde die Synagoge in der Halderstraße eingeweiht. Der Monumentalbau mit seiner 29 Meter hohen Kuppel wird am Mittwochabend prominente Besucher beherbergen. Unter anderem hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier seine Teilnahme am Festakt zugesagt. Auch 99 Nachfahren früherer jüdischer Augsburger Familien aus aller Welt sind in der Stadt eingetroffen. OB Dr. Kurt Gribl hat sie heute im Goldenen Saal begrüßt.


OB Dr. Kurt Gribl begrüßte 99 Nachfahren ehemaliger jüdischer Augsburger Familien im Goldenen Saal. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg

„Ihre Vorfahren haben unserem Land mit ihrer Energie geholfen“, sagt der OB auf Englisch zu den 99 geladenen Gästen. Er erinnerte auch an die Grauen der NS-Zeit, als die vorher mit 1200 Mitgliedern so aktive jüdische Gemeinde in der Stadt vertrieben, verfolgt und vernichtet wurde. „All das kann man nicht vergessen, all das darf man nicht vergessen“, sagte Gribl.
 

In der Friedensstadt hat Antisemitismus keinen Platz

Dass die Synagoge in der Reichsprogromnacht im November 1938 nicht vollständig abgebrannt wurde, war ausgerechnet einer Tankstelle auf der anderen Straßenseite zu verdanken: Das Feuer hätte übergreifen und zahlreiche der benachbarten Großbauten zerstören können. Auch diesen Umstand aus der 100-jährigen Geschichte der Synagoge erwähnte Gribl – und betonte, dass in der Friedensstadt Augsburg von 2017 Rassismus und Antisemitismus keinen Platz haben.
 

Neue Erinnerungsbänder werden installiert

Die Nachfahren, die unter anderem aus Australien, Neuseeland und den USA angereist waren, besuchen in den kommenden Tagen mehrere jüdische Friedhöfe in der Region und besuchen am Mittwoch dem Festakt zum Jubiläum. Außerdem werden drei Familien am Mittwoch und Donnerstag der Installation neuer Erinnerungsbänder beiwohnen, auf denen die Nahmen ihrer von den Nazis verfolgten und getöteten Vorfahren stehen werden. (rs)

 

 




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